SKULPTURALE HANDLUNGEN – SCULPTURAL NARRATION   
Ein interkulturelles Ausstellungsprojekt 2006 – 2013


Idee und Initiative: Patricija Gilyte, Anne Wodtcke
Kuratorin: Dr. Erika Wäcker-Babnik ( seit 2008)
Künstler: Heike Döscher, Nezaket Ekici, Christian Engelmann, Patricija Gilyte, Isabel Haase, Vassiliea Stylianidou, Stefan Wischnewski, Anne Wodtcke


Projektidee
Das interkulturelle Ausstellungsprojekt „Skulpturale Handlungen – Sculptural Narration“, das von 2006 bis 2010 vier europäische Stationen durchlief, führt internationale KünstlerInnen zusammen, die die Interaktion des eigenen Körpers als Bestandteil des Kunstwerks begreifen. Die Ausstellungsreihe umfasst Ansätze von der skulpturalen Performance bis zur interaktiven Skulptur. Gezeigt werden Fotografien, Videoarbeiten, Installationen, Objekte und Aktionen, in denen die performative Strategie als künstlerische Praxis entweder in der Person des Künstlers selbst sichtbar wird, oder die – z.B. als Objekte - rückbezüglich mit einer körperlichen Handlung des Künstlers verbunden sind. Der Künstler führt seine Skulpturen vor, wird selbst zu einem Medium oder einem Raum erforschenden Phänomen, erstellt oder vernichtet seine Skulpturen vor einer Video- (Foto)Kamera. Wenn es bei all diesen Arbeiten auch nicht explizit um die Darstellung des Künstlers selbst, um seine Selbstwahrnehmung oder Mystifizierung geht, so ist die Einbeziehung des eigenen Körpers immer auch eine Auseinandersetzung des Künstlers mit sich selbst, seiner individuellen und gesellschaftlichen Rolle und Verortung.

Die Ausstellungsreihe „Skulpturale Handlungen“ spürt den Entwicklungen performativer Strategien in der aktuellen Kunst nach und zeigt, wie sich in jungen künstlerischen Positionen der performative und experimentelle Charakter der traditionellen Aktionskunst  mit zeitgemäßen Fragestellungen und skulpturalen Formulierungen verbindet und stellt diese in den Kontext des interkulturellen Austauschs:
Zur Kerngruppe der in München und Berlin lebenden KünstlerInnen werden an jeder internationalen Station zwei KünstlerInnen des Gastlandes eingeladen, die von einem Co-Kurator oder einer Co-Kuratorin ausgesucht werden. Auf diese Weise entsteht ein dialogischer Prozess zwischen den KünstlerInnen, der – auf der Basis einer Idee von performativer Skulptur – unterschiedliche künstlerische Ansätze sichtbar macht, Auseinandersetzungen einleitet und und den interkulturellen Dialog fördert.

Das interkulturelle Ausstellungsprojekt wurde von Patricija Gilyte und Anne Wodtcke mit der Idee konzipiert, künstlerische Positionen in einem sich erweiternden und lokal verändernden Prozess zu zeigen. So zeigen die KünstlerInnen an jeder Ausstellungsstation neue bzw. abgewandelte Arbeiten, die auf die entsprechenden lokalen Gegebenheiten Bezug nehmen und/oder mit dem jeweiligen kulturellen und gesellschaftspolitischen Umfeld in Dialog treten. Viele der Arbeiten entstehen dabei erst vor Ort auf Basis der örtlichen Gegebenheiten neu oder in ihrer endgültigen Form, oder werden vor Ort variiert. Etliche performative Projekte werden für den öffentlichen Raum konzipiert und per Foto oder Video dokumentiert.
In der Realität vor Ort erweist sich jedoch nicht alles als umsetzbar: So stoßen einzelne Projekte auf Widerstände bei der gastgebenden Institution, oftmals aufgrund der zu erwartenden restriktiven Maßnahmen seitens des politischen Systems.
Fertig mitgebrachte Arbeiten erfahren im veränderten kulturellen Kontext gelegentlich eine überraschende Umcodierung und Neuauslegung in der Rezeption.
Einige Aktionen und Objekte, die bewusst und provokativ-ironisch nationale Klischees thematisieren, stießen auf starke Ressentiments bei den Besuchern. Umgekehrt erweisen sich künstlerische Aktionen als problemlos, von denen größerer Widerstand zu erwarten gewesen wäre. Durch das projektbezogene Denken der einzelnen Künstler entsteht ein dynamischer Prozess innerhalb der Gruppe.
Von Beginn an wurde das Ausstellungsprojekt im Wesentlichen vom Kulturreferat der Landeshauptstadt München gefördert und von den einladenden Institutionen der jeweiligen Gastländer getragen. Zusätzliche Unterstützung erhielt das Projekt von verschieden kleineren Sponsoren.

Stationen des Ausstellungsprojekts
START/ MÜNCHEN: 2006
Erste Station der Ausstellung „Skulpturale Handlungen“ war vom 22.07.-18.08.2006 die Galerie der Künstler in München. Beteiligte KünstlerInnen waren: Claudia Djabbari /München, Christian Engelmann /München, Nezaket Ekici /Berlin, Patricija Gilyte /München, Isabel Haase /München, Vassiliea Stylianidou /Berlin, Anne Wodtcke /München

LITAUEN: 2007
Die zweite Station waren vom 23.08.- 30.09. 2007 das A. Moncio House-Museum, Palanga und das Kulturu Komunikaciju Centras, Klaipeda in Litauen unter Einbeziehung litauischer Bildhauer: Andrius Pulkauninkas /Vilnius, Benas Sarka /Klaipeda

ISTANBUL: 2009
Auf seiner dritten Station fand das Ausstellungsprojekt vom 14.02 – 14.03. 2009 in Istanbul bei BM Suma Contemporary Art Center statt. Co-Kuratorin: Beral Madra. GastkünstlerInnen waren Hacer Kiroglu /Istanbul und Mohac Yücel /Istanbul.

ATHEN: 2010
Unter dem Titel Sculptural Narration – Glyptikes Afigisis lief die vierte Station vom 15.05. – 31.07.2010 im Museum Alex Mylona - Macedonian Museum of Contemporary Art in Athen. In  Zusammenarbeit mit Denys Zacharopoulos (Macedonian Museum of Contemporary Art Thessaloniki) und Alexios Papazacharias. GastkünstlerInnen waren Kostas Sahpazis / Athen und Mary Zygouri / Athen.

MÜNCHEN: 2013
11.01. – 02.02.2013 in der whiteBOX e.V. München

www.skulpturalehandlungen.de



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