MÜNCHEN ZEICHNET II
Grenzgänge der Zeichnung aus Münchner Ateliers

Galerie der Künstler (BBK) München
11.03. – 10.04.2015

Konzept und Ausstellungorganisation
Erika Wäcker-Babnik und Stefan Graupner


Nur die Turmspitze einer Kathedrale kann uns den Punkt im Himmel bezeichnen, wo unsere Seele zu schweben vermag. In der Unruhe der Nacht sind die Sterne für uns Lichtpunkte der Hoffnung am Himmel. Diese Punkte im Unendlichen sind die Vorläufer der neuen Kunst gewesen: Zeichnen im Raum.
                                                                                                                       
Julio González
   
   
Die Ausstellungsfolge MÜNCHEN ZEICHNET präsentiert den Begriff der Zeichnung in seinen vielfältigen Formen, wie er sich aktuell in Münchner Ateliers finden lässt. Im Rückblick auf die klassische Zeichnung und im Ausblick auf einen erweiterten Begriff von Zeichnung werden Themen und Werkansätze mit unterschiedlichen Trägermaterialien und Zeichenutensilien und in verschiedenen Präsentationsformen vorgestellt. Der beide Male auf München fokussierte Blick lässt in der lokalen Begrenzung stets die Vielfalt sichtbar werden.

MÜNCHEN ZEICHNET II widmet sich weiterhin der Handzeichnung, öffnet darüber hinaus aber den Blick auf den sogenannten „erweiterten“ Zeichenbegriff. Seit dem Ende der 60er Jahre/ Anfang der 70er Jahre emanzipiert sich die Zeichnung aus ihrem engen Gattungsbegriff und geht Verbindungen ein mit Malerei, digitalen Medien, Film bis hin zu Installation, Skulptur und Performance. Dieser gattungsübergreifende Ansatz geht Hand in Hand mit der allgemeinen Erweiterung der Gestaltungsmittel und Trägermaterialien. „Der selbstreflexive Austausch der Zeichnung verläuft im Gegensatz zu den Grabenkämpfen der 1960er Jahre nun aber nicht mehr ’im Sinne einer modernistischen Grenzüberschreitung, sondern geschieht vor dem Hintergrund eines weitgehend hierarchiefreien Medienpluralismus in der Kunst.’“ 
   
Wie schon bei MÜNCHEN ZEICHNET I wurden auch bei MÜNCHEN ZEICHNET II die  Teilnehmerinnen und Teilnehmer in einem Ausschreibungsverfahren sowie nach Atelierbesuchen ausgewählt. Das vorliegende Ergebnis stellt eine subjektive Auswahl von 32 Künstlerinnen und Künstlern aller Altersgruppen dar, die dem Anspruch folgt, eine möglichst große und qualitativ überzeugende Bandbreite an zeichnerischen Zugangsweisen exemplarisch darzustellen. Auf Grund der Öffnung des Zeichenbegriffs widerspricht die Individualität der künstlerischen Handschriften noch stärker als bei MÜNCHEN ZEICHNET I einer eindeutigen Kategorisierung. Die Arbeiten werden in der Ausstellung so präsentiert, dass innere Bezüge in Nachbarschaften künstlerischer Positionen und aus unterschiedlichen Raumperspektiven sichtbar werden.
   
Um der Gefahr der Beliebigkeit vorzubeugen, haben wir wieder enge Kriterien angesetzt bei der Entscheidung, was wir als Zeichnung ansehen. Anders formuliert: Wo ein zeichnerisches Denken Impulse setzt, und wo hinter dem Einsatz der Trägermaterialien und Zeichenutensilien andere Intentionen stehen. Oberstes Gebot ist sicherlich der zeichnerische Charakter der Arbeiten, d.h. die Linearität als Merkmal. Insbesondere bei den Mischtechniken, bei denen die akademischen Grenzen nicht eindeutig zu ziehen sind, sollte das lineare Element gegenüber dem malerischen überwiegen.
Auf der anderen Seite ist nicht jede Arbeit, die die Linie zum Thema künstlerischer Auseinandersetzung erhebt, automatisch Zeichnung, besonders dann nicht, wenn es sich um plastische, skulpturale oder installative Arbeiten handelt.
Ausgeschlossen haben wir unbearbeitete Fundstücke, wie fremde Zeichnungen, Wandkritzeleien, Asphaltrisse, Schattenstrukturen, die im Original, als Photographien oder als Abgüsse präsentiert werden.
   
Anknüpfend an MÜNCHEN ZEICHNET I bildet die klassische Zeichnung den Ausgangspunkt der Ausstellung: Das breite Spektrum an Stilen und Formaten reicht von den kleinformatigen Bleistiftzeichnungen von Matthias Mücke und den aquarellierten Zeichnungen und Arbeiten mit Rötelstift von Stephan Conrady über die alpinen Landschaften in Lackfarben von Petra Thalmeier und die kosmischen Abstraktionen auf zusammengesetzten Holztafeln von Rita Hensen bis hin zu den großformatigen Linien-Zeichnungen mit Öl-Stick auf Leinwand von Lisa Gascoigne.
   
Es erscheint uns interessant zu zeigen, auf welche Weise Künstlerinnen und Künstler ihre Zeichnungen installativ und in Kombination mit anderen Medien präsentieren, z.B. Julius Heinemann (Zeichnung und Beamer-Projektion), Helen Britton (Zeichnung und Schmuck), Stefanie Unruh (Zeichnung und Videoanimation), Judith Egger (Wandzeichnung und Objektassemblage), oder mit ihren Zeichnungen in den Raum gehen: Dorothea Reichenbacher, indem sie diese zu bühnenhaften Installationen erweitert, oder Heike Jobst, die aus bezeichneten Papierbögen Objekte und skulpturale Installationen formt.
   
Eine weitere Möglichkeit der Integration von Zeichnung liegt in ihrer performativen, prozessualen Anwendung, etwa in Form einer schematischen Darstellung zur Orientierung bei bestimmten Projekten (Matthias Glas).
   
Bei der Auswahl der Künstler war es uns wichtig, formale Analogien aufzuzeigen, die von klassisch-zeichnerischen Ansätzen zu den Grenzgängen der Zeichnung führen. So kann man beispielsweise den Bogen schlagen von den freien, abstrakten Zeichnungen von Matthias Mücke über den naturwissenschaftlich-geometrischen Ansatz von Lena Bröcker, weiter zu den digitalen Konstruktionszeichnungen für geometrische Objekte von Mary Kim bis hin zu den gläsernen „Raumzeichnungen“ von Sanni Findner.
   
In Kontrast dazu stehen die großformatigen, gestischen Körper-Zeichnungen von Sandra Cagnoli, die, obwohl in klassischer Zeichentechnik mit Kohle auf Papier ausgeführt, wiederum optisch in den Raum, ins Skulpturale verweisen.
   
Als Grenzgänge der Zeichnung verstehen wir die Mischtechniken, bei denen die Zeichnung auf das Terrain der Malerei vordringt: Die Beispiele reichen von den Pinselzeichnungen auf Holz von Johannes Lotz über die noch stärker im Malerischen verhafteten Pinsel-Arbeiten von Sybille Rath und die expressiven, zwischen figürlich und abstrakt changierenden Arbeiten von Heike Pillemann bis hin zu den zeichenhaft-graphischen Kartographien von Michael Lukas. Susanne Damm dokumentiert in ihrer Videoarbeit das Zeichnen als dauerhaften Prozess, indem ihre mit Pinsel und reinem Wasser gefertigten Papierzeichnungen durch Verdunsten immer wieder verschwinden und sich erneuern.
   
Einen narrativen Prozess beschreibt Monika Huber in ihrer digital animierten Videoarbeit. Das Erscheinen und wieder Verschwinden erhält bei ihr eine politische Konnotation.
Einen Sonderfall bilden die Lichtzeichnungen, die in Leuchtkästen präsentiert werden: Ausgehend von Photographien seiner lichtkinetischen Objekte hat Hans Schork eigens für die Ausstellung diese spezielle Technik der Präsentation entwickelt.
   
Eine andere Methode zu zeichnen ist das Ritzen mit dem Cuttermesser, wie es Reinhild Gerum mit ihren farbigen Abstraktionen und Sabine Effinger in ihrer schwarz-weißen Pilz-Serie vorstellen.
Diesem Zeichnen „ex negativo“ steht das additive Verfahren mit Nadel und Faden gegenüber: Die „Fadenzeichnungen“ auf den großformatigen Ölmalereien von Katja Bonnländer sowie die netzartigen Stickereien, die Petra Beeking über die alten Photo-Portraits legt, geben in ihrer Grundlage und Anmutung lineare Zeichnungen vor.
   
Beide Verfahren, das  „Zeichnen“ mit Nadel und Faden sowie das Ritzen mit dem Cutter-Messer leiten über zu den Relief-Zeichnungen, mit denen die Grenze der klassischen Zeichnung endgültig überschritten ist:
Auf der klassischen Bleistiftzeichnung basieren die Reliefs aus Wellpappe von Martin Spengler, die trotz der Schnitttechnik die Spuren der Zeichnung tragen. Während das Zeichnerische in den Rosenschnitten von Peter Rast und in den photographischen Cut Outs von Nicola Müller noch in den linearen Schnitten formbildend zum Tragen kommt, wird es in den aus Karton zugeschnittenen perspektivischen Architekturen von Eva Schöffel durch den Umraum der Wand nur noch suggeriert.
   
Mit Sanni Findner und ihren geschnittenen Glasstäben sowie Brigitte Schwacke und ihren Objekten aus feinem Draht verlässt die Zeichnung ihre Zweidimensionalität und dringt unter dem Etikett „Raumzeichnung“ vollständig in die dritte Dimension vor. Beide Künstlerinnen denken ihre bildhauerische Arbeit von der Zeichnung her, indem sie spezifische Kriterien der Zeichnung wie Linie, Raum und die Graustufen des Materials zur form- und farbgebenden Instanz in ihren skulpturalen Objekten erklären.
   
Es war uns besonders wichtig, dass trotz der für einen Zeichnungsbegriff ungewohnten Materialien und Strategien ein zeichnerischer Charakter sichtbar bleibt, oder der Entstehung der Arbeiten ein zeichnerisches Denken zugrunde liegt. Damit beziehen wir uns – ungewöhnlich für eine Zeichnungsausstellung – auf einen Bildhauer, den Spanier Julio González (*1876 Barcelona, † 1942 Arcueil), mit dessen Name der Begriff der „Zeichnung im Raum“ verbunden ist.
   
Die Ausstellung MÜNCHEN ZEICHNET II Grenzgänge der Zeichnung aus Münchner Ateliers stellt keine dogmatischen Behauptungen auf, sondern möchte mit den gezeigten Grenzbereichen der Zeichnung zur Diskussion anregen.
   
Petra Beeking . Katja Bonnländer . Helen Britton . Lena Bröcker . Sandra Cagnoli . Stephan Conrady . Susanne Damm . Sabine Effinger . Judith Egger . Sanni Findner . Lisa Gascoigne . Reinhild Gerum . Matthias Glas . Julius Heinemann . Rita Hensen . Monika Huber . Heike Jobst . Mary Kim . Johannes Lotz . Michael Lukas . Matthias Mücke . Nicola Müller . Heike Pillemann . Peter Rast . Sybille Rath . Dorothea Reichenbacher . Eva Schöffel . Hans Schork . Brigitte Schwacke . Martin Spengler . Petra Thalmeier . Stefanie Unruh




MÜNCHEN ZEICHNET
Zeichnungen aus Münchner Ateliers


Galerie der Künstler (BBK) München
24.07. – 23.08.2013 

Konzept und Ausstellungsorganisation 
Erika Wäcker-Babnik und Stefan Graupner


 Zeichnen heißt sehen, die Struktur der Erscheinungen beobachten […] Auf diese Weise widersetzt sich der Akt des Zeichnens dem Prozess des Verschwindens der Erscheinungen und läßt die Gleichzeitigkeit einer Vielzahl von Augenblicken ahnen.
                                                                                                                                               John Berger

Die Ausstellung basiert auf einer öffentlichen Ausschreibung, die Erika Wäcker-Babnik und Stefan Graupner im Herbst 2012 mit Unterstützung durch den Berufsverband Bildender Künstler München und Oberbayern in München durchführten. Zusätzlich zu einer Auswahl aus den etwa 120 Einsendungen, die sie gemeinsam mit zwei Mitgliedern der Ausstellungskommission des BBK gesichtet haben, war es ihnen als Kuratoren der Ausstellung wichtig, Künstlerinnen und Künstler einzuladen, die ihnen als interessante Münchner Zeichner bekannt sind.
Vorgestellt wird nun eine Auswahl von einem Künstlerkollektiv und 38 Künstlerinnen und Künstlern, die in München leben und arbeiten, und die das breite Spektrum der Zeichnung repräsentativ zeigen.

Der Zeichenbegriff erfährt heute vielfältige Auslegungen. „Der Versuch, in wenigen Sätzen zu definieren, was eine (Hand-) Zeichnung genau sei, ist angesichts der modernen Zeichenkunst eigentlich zum Scheitern verurteilt [….] Sie bestimmt sich vor allem durch die unglaubliche Vielfalt ihrer Existenzweisen. Dies hat zwangsläufig eine Vagheit des Begriffs zur Folge.“ (Wolfgang Holler, in: Katalog „ZEICHENKUNST DER GEGENWART. Sammlung Prinz Franz von Bayern“ , Staatliche Graphische Sammlung München 21.September bis 18.Dezember 1988, S.11)

Seither hat sich mit der fortschreitenden Öffnung und Erweiterung des Zeichenbegriffs auf vielfältige Trägermaterialien, Zeichenutensilien und Neue Medien die Vagheit noch verstärkt. Man kann konstatieren, dass die bis heute gängige kunsthistorische Definition von Zeichnung als „Arbeiten auf Papier“ durch vielfältige Materialien und mediale Techniken bis hin zu raumgreifenden Konzepten noch weiter geöffnet wird.
Die Kuratoren folgen einer Auffassung von Zeichnung, die an der Linie als Hauptmerkmal der Zeichnung festhält. Dabei legen sie sich zwar nicht auf das Trägermaterial Papier fest – gezeichnet werden kann durchaus auch auf anderen Materialien –, behalten aber den Gedanken des Stifts als Zeichenutensil im weitesten Sinne, also an der Linie als Hauptmerkmal der Zeichnung bei.

Mit ihrem Konzept grenzen sie sich bewusst gegenüber anderen, kürzlich vorangegangenen Ausstellungen zum Thema Zeichnen ab: Die Ausstellung Berlin zeichnet in der Bayerischen Versicherungskammer 2012, eine Überblicksschau über 22 wichtige zeichnerische Positionen der letzten 50 Jahre, bezog sich auf eine klassische kunsthistorische Definition, nach der Zeichnungen „Arbeiten auf Papier“ sind.
Einem erweiterten, heute aktuellen Begriff der Zeichnung folgte die umfangreiche Ausstellung Medium Zeichnung - Formulierung des Denkens, die die Künstlergruppe DIE BURG im Juni 2013 im Liebenweinturm und im Kloster Raitenhaslach in Burghausen veranstaltet hat. Sie trug einer aktuellen Erweiterung der Definition von Zeichnung Rechnung, indem sie Arbeiten von der klassischen Zeichnung bis zu raumgreifenden Installationen und konzeptuellen Arbeiten zeigte, bei denen über Stift und Kreide hinaus auch Materialien wie Draht und Faden, Maus und Klebeband eingesetzt sind.

Entgegen dem Anspruch, die Vielfalt und Breite von Zeichnung aufzuzeigen, haben sich die Kuratoren entschieden, den Blick auf die „klassische“ Zeichnung zu focussieren und das breite Spektrum an künstlerischen Konzepten, Herangehensweisen und Handschriften, das sich innerhalb dessen bei den Münchner Zeichnern bietet, aufzuzeigen. Bereits bei den Einsendungen hatte sie überrascht, wie viele Künstlerinnen und Künstler in diesem eng gefassten Begriff zeichnen, egal welchen Alters zwischen 20 und 80 Jahren.

Die überraschenden Entdeckungen quer durch alle Generationen und Zeichenstile, die sie machen konnten, sowie die interessanten Begegnungen mit den Künstlerinnen und Künstlern – sie haben fast 50 Ateliers besucht, um sich Originale anzusehen – haben Erika Wäcker-Babnik und Stefan Graupner  davon überzeugt, den Zeichenbegriff in diesem Sinne einzugrenzen.

Die Wanderung durch die Ateliers führte sie an viele unerwartete, wundersame und faszinierende Orte quer durch die Stadt, die ihnen immer wieder vor Augen führten, wie die der Zeichnung innewohnende Konzentration im Arbeitsplatz sein Korrelat findet. Dass sich Zeichnung auch in der Zusammenarbeit herstellen lässt, davon zeugen die bestimmten Regeln folgenden Performances der Münchner Künstlergruppe The Beautiful Formula Collective.

Den Kuratoren war wichtig, auch ältere Künstler mit einzubeziehen, die als Hochschullehrer prägend für ganze Generationen an Zeichnern waren: Thomas Zacharias, Fridhelm Klein, Barbara Ruppel. Als wissenschaftliche Zeichnerin steht letztere zwar außerhalb des Kreises der autonomen Zeichner, zu ihren Schülerinnen zählen aber Peggy Meinfelder und Christine Leins, die beide, von der Technik der wissenschaftlichen Zeichnung ausgehend, zu eigenständigen künstlerischen Formulierungen gefunden haben.

Reizvoll erschien es Erika Wäcker-Babnik und Stefan Graupner, Arbeiten zu finden, die zwar auf traditionellen Zeichentechniken beruhen, aber bei den Bildträgern und Präsentationsformen in Grenzbereiche des Skulpturalen vordringen: Allen voran Afra Dopfer mit ihren mit einem dichten Netzwerk aus Linien bezeichneten Kugeln oder Nina Annabelle Märkl, die in Dioramen und Installationen die zweidimensionale Zeichnung in den Raum hin erweitert. Räumliche Bezüge erkunden Susanne Pittroff und der jüngst verstorbene Stefan Moritz Becker mit zeichnerischen Mitteln: Während Pittroff Bezugssysteme zwischen Mensch, Objekt und Raum untersucht und mittels Linien auf Wand und Boden sichtbar macht, markierte Stefan Moritz Becker die Wanderung von Lichteinfall und Schatten im Raum und ließ so ein geometrisches Rastersystem entstehen.
Auf ganz andere Weise widmet sich Nele Ströbel der Erkundung von topographischen Systemen in ihrem multimedialen Projekt New Orientals, das auch stadtplanartig gezeichnete Ansichten von Isfahan, Kairo und Damaskus beinhaltet und die auf dem Boden ausgebreitet präsentiert werden. Und die Filmemacherin und Künstlerin Claire Angelini notiert mit dem Blick einer archäologischen Kartographin ihre Spurensuche nach der historischen Vergangenheit der französischen Stadt Drancy-La Muette in graphischen Zeichnungen.

Neben den klassischen Präsentationen an der Wand, auf dem Boden oder dem Tisch (Ursula Oberhauser) konterkariert Hasso Rottenfusser seine altmeisterlich gezeichneten, weiß gehöhten Landschaften und Architekturen, indem er sie mit einer Installation aus Wandobjekten und Vitrinen skulptural rahmt. Faszinierenden Design-Objekten gleichen auch die vielgestaltig gebauten Kästen von Olaf Probst, die – Planschrank und Arbeitstisch in einem – auf praktische wie ästhetische Weise Zeichnung bewahren wie präsentieren können. Um eine subtile Erfindung zur Präsentation von Zeichnung handelt es sich auch bei den Umblättermaschinen, die der Gold- und Silberschmied Erhard Hößle für die Skizzenbücher von Thomas Zacharias entwickelt hat.
 
Der Katalog zur Ausstellung wurde gefördert durch das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst, den Bezirk Oberbayern und den Verein Ausstellungshaus München. Das Druckhaus Kastner, Wolnzach, hat einen Teil der Druckkosten übernommen.

Teilnehmende Künstler:
Angelini Claire
Becker Stefan Moritz
Chung Seung-il
Croft Christopher
Dopfer Afra
Finelli Alberto
Frydman Anna
Hagen Judith
Hadersdorfer Doris
Haupeltshofer Bernhard
Heindl Elisabeth
Kern Steffen
Klein Fridhelm
Kolenc Aleksandar
Lammers Christoph
Leins Christine
Leitna Christian
Mairgünther Ruth
Mally Werner
Märkl Nina Annabelle
Meinfelder Peggy
Nauderer Herbert
Oberhauser Ursula
Pittroff Susanne
Ploskow Maria
Probst Olaf
Riederer Hartmut
Rottenfußer Rasso
Ruppel Barbara
Saurma Antoinette von
Simonyi Emö
Stetka Andreas
Ströbel Nele
The Beautiful Formula Collective
Chossy Regine von
Wahl Irmi
Weber Claudia
Westner Felix Leon
Zacharias Thomas




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